Gefahr von unwirksamen selberverfassten Testamenten

„Erbschaft [soll] gemäß dem Berliner Testament erfolgen“ errichtet kein gemeinschaftliches Testament.

Im vorliegenden Fall verfasste der Erblasser ein handschriftliches Testament, in welchem er die Formulierung „Erbschaft gemäß Berliner Testament“ wählte „einschließlich Wiederverheiratungsklausel“. Die beiden Kinder des Erblassers traten dem Testament entgegen. Das Oberlandgericht Hamm sah in diesem Testament keine wirksame Erbeinsetzung des überlebenden Ehepartners. Das Urteil (Az.: 15 W 98/14) finden Sie hier.

Beim gemeinschaftlichen Testament setzen sich Ehe- oder Lebenspartner gegenseitig zum Alleinerben ein und bestimmen an wem das Erbe nach dem Tode des Längstlebenden fallen soll.

Da es ein gemeinschaftliches Testament ist und eine Vereinbarung enthält, die über den Tod des Erstverstorbenen hinausgeht, muss es gemeinsam errichtet werden.

Der Erblasser im vorliegenden Fall hat das Testament jedoch alleine unterschrieben. Daher bestehen seitens des Gerichts Zweifel, was der Erblasser als „Berliner Testament“ verstanden habe, da er nicht wusste, dass dies kein Einzeltestament ist. Auch weitere wichtige Regelungen der Erbschaft und ob der Erblasser weitere verwendete Fachbegriffe verstanden hat, bleibt unklar.

 

Erbrecht ist, gerade bei komplexen Vermögen oder Grundbesitz, schwer für Laien zu durchschauen. Es besteht die Gefahr, dass Sie Ihren Willen falsch oder missverständlich ausdrücken. Wer seine Erbschaft professionell plant, kann Streit in der Familie vermeiden.

Weitere Informationen zu Testament, Erbrecht und ob ein Berliner Testament für Sie überhaupt vorteilhaft ist, finden Sie hier.

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