Erbfall im EU Ausland - Neue EU-Erbrechtsverordnung

Seit dem 16. August 2015 gilt die Europäische Erbrechtsverordnung (EU-ErbVO); aber erst für Erbfälle, die nach dem 16.8.2015 eintreten. Es gilt nicht mehr wie bisher allein das Erbrecht der Staatsangehörigkeit. Maßgeblich ist nun der gewöhnliche Aufenthalt zum Zeitpunkt des Todes. Gerade für Menschen, die etwa Ihren Ruhestand im europäischen Ausland bereits verbringen oder es später wollen, kann dies unerwartete erbrechtliche Folgen haben. Dies gilt auch für bereits errichtete Testamente. Diese sollten einer erbrechtlichen Prüfung unterzogen werden.

 

Welche Probleme ergeben sich hier raus?

Viele Menschen haben ein Gefühl, wie das Erbrecht in Ihrem Geburtsland funktioniert, jedoch selten auch für das anderer EU-Staaten. So können bereits getroffene Regelungen unwirksam sein, zwei Beispiele:

  • Das französische, italienische und spanische Erbrecht kennt keinen Erbvertrag oder bindendes Berliner Testament von Ehegatten.
  • Das Erbrecht in Spanien unterscheidet sich von Region zu Region, in Ibiza steht Eltern und Kindern kein Pflichtteil zu.

Die Europäische Erbrechtsverordnung ermöglicht die Rechtswahl des Erbrechts nach der Staatsangehörigkeit. Dies muss allerdings in Testamentsform eindeutig formuliert sein und sollte wie ein hinterlegtes notarielles Testament im Erbfall sicher auffindbar sein.

Ersparen Sie Ihren Angehörigen Streit und ungewollte Erbfolgen. Errichten Sie ein rechtssicheres Testament, wenn Sie es als Deutsche wünschen nach deutschem Erbrecht!

Gerade bei Grundbesitz sollten Sie Ihr Testament gemeinsam mit einem Notar errichten. Weitere Informationen zum Testament finden Sie auf meiner Webseite unter: Link.

 

Einen ausführlichen Beitrag zur EU-Erbrechtsverordnung im Deutschlandfunk finden Sie hier: Link.

Den Text der Verordnung (EU) Nr. 650/2012 und die Erwägungsgründe finden Sie hier.

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