Testament und Erbrecht

Was passiert mit meinem Vermögen nach meinem Tod? Erbt mein Ehegatte alles? Was für Testamente gibt es? Ist ein Berliner Testament für mich sinnvoll?

Ohne Testament bestimmt sich die Erbfolge nach dem Gesetz. Der Erblasser kann im Rahmen der Testierfreiheit durch ein sachgerechtes Testament davon abweichen.

Wer seine Erbschaft professionell plant, kann Streit in der Familie und mit anderen Erben vermeiden. Ein notarielles Testament ist hier der sichere und kostengünstige Weg durch Ein­zeltestament, Berliner Testament und Erbvertrag.

Warum empfehle ich ein Testament zu errichten?

Der Tod kann zu jeder Zeit eintreten, weshalb es sinnvoll ist, schon frühzeitig entsprechende Regelungen zu treffen. Liegt keine Verfügung von Todes wegen vor, richtet sich die Erbfolge nach dem Gesetz: Diese Erbfolge kann zu ungewollten und oft unerwünscht zusammengewür­felten Erbengemeinschaften führen. Außerdem sind die pauschalen Regelungen oft nicht für Ihre persönliche Lebens- und Familiensituation passend.

Besonders empfehle ich die Errichtung eines Testaments, bei:

  • Ehepartnern – Verstirbt ein Ehepartner, so entsteht ohne Testament regelmäßig eine Erbengemeinschaft mit den eigenen Abkömmlingen, oder den Schwiegereltern, Schwägern und Schwägerinnen. Dies kann durch ein fachgerechtes Testament vermieden werden.
  • Immobilienbesitz – Es sollte ein notarielles Testament errichtet werden, um die mehr­fachen Kosten eines Erbscheinverfahrens zu vermeiden. Außerdem sind Erbengemein­schaften hier besonders konfliktträchtig, da die Veräußerung einer Immobilie nur ein­stimmig erfolgen kann.
  • Nicht verheiratete Partner – Ihr Partner ist nach Ihrem Tod nicht erbberechtigt. Ein Erbrecht muss testamentarisch festgelegt werden. Deshalb empfehle ich gerade hier die Erbfolge durch Testament, besser Erbvertrag zu gestalten.
  • Familien mit Minderjährigen – Erbt ein Minderjähriger, in Erbengemeinschaft mit ei­nem Ehegatten und soll eine Immobilie veräußert, oder belastet werden, so ist dies nur mit Zustimmung des Vormundschaftsgerichts möglich. Es entsteht hoher finanzieller, zeitlicher und enormer Verwaltungsaufwand. Dies kann durch ein notarielles Testa­ment vermieden werden.
  • Aufenthalt im EU-Ausland – Hat ein Erblasser im Zeitpunkt des Todes den gewöhnli­chen Aufenthalt im EU-Ausland, kommt ausländisches Erbrecht zur Anwendung. Ich empfehle ein notarielles Testament, mit Rechtswahlklausel, damit deutsches Erbrecht zur Anwendung kommt.
  • Patchworkfamilien – Bei verheirateten oder nicht verheirateten Partnern mit gemein­samen Kindern und Kindern aus anderen Beziehungen hängen der Erb- und Pflicht­teilsrecht der Kinder von dem Zufall ab, wer zuerst verstirbt. Um dies, sowie um un­gewollte Erbengemeinschaften zu vermeiden empfehle ich ein notarielles Testament.

Für eine genauere Einschätzung der Risiken, bei fehlendem Testament und der Mög­lichkeiten, die sie durch testamentarische Gestaltung haben, klicken Sie hier.

Kosten
Als Notar bin ich an gesetzliche Gebühren, welche vom Vermögenswert abhängen, gebunden. Bei einem Vermögen von 300.000 € fällt eine Gebühr in Höhe von 1270 € zzgl. MwSt. und Auslagen an.

Weitere Kostenbeispiele: hier.

Langfristig spart ein notarielles Testament jedoch die Kosten des Erbscheinverfahrens, wo­nach Kosten des notariellen Erbscheinantrags und Kosten des Erbscheins durch das Nachlass­gericht anfallen. Außerdem mindern Sie so ganz deutlich ein Prozesskostenrisiko. Bei einem Verfahren der ersten Instanz mit Streitwert von 100.000€ beträgt dieses cirka 12.000€.

Wichtiger Hinweis!

Diese Informationen können nur einen ersten Einblick in die komplizierte und weitergehende Materie darstellen. Die Informationen auf meiner Website sind insbesondere keine Beratung oder Vertretung im Einzelfall, für die ich eine Haftung übernehme.

(C) 2017, RA&Notar Peter Pietsch, Berlin.